Predigten aus dem Leben gehalten von :Pfarrer Lothar Klinges,Lindenstraße 25, B - 4750 Weywertz Tel. 003280446069; Telefax: 003280447769 Zurück zur Predigtauswahl |
Predigten Festtage
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| Liebe Mitchristen, die Schilderung vom Weltgericht im heutigen Evangelium hat seit jeher große Beachtung gefunden. Alle Menschen werden danach gerichtet, ob sie dem Mitmenschen Liebe und Barmherzigkeit erwiesen haben. Ob sie es wissen oder nicht, sie begegnen in jedem Notleidenden Christus. Nun wird dieser Text am heutigen Fest Christkönig verkündet. Da heißt es: "Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz." Jesus ist der KÖNIG, der Gericht hält. So wie der Hirte die Ziegen, die zum Schlachten bestimmt sind, von den anderen seiner Herde aussondert, so trennt der König die, die für das ewige Feuer bestimmt sind von denen, für die er das ewige Leben bereithält. Der König schenkt jenen das ewige Leben, die ihm zu essen gegeben haben, als er hungrig war. Es ist nicht nur Jesus, der sich mit den Hungernden, Dürstenden, Fremden, Obdachlosen, Nackten, Kranken und Gefangenen identifiziert, sondern der KÖNIG. Offensichtlich haben sie die Dürstenden, Kranken, Gefangenen und Hungrigen wie einen KÖNIG behandelt. Für unsere christliche Nächstenliebe sehe ich heute die Gefahr, dass wir mit der Nächstenliebe unser schlechtes Gewissen beruhigen wollen. Da muss man doch einfach helfen. Aber manchmal will uns die Hilfe auch davor bewahren, den notleidenden Menschen wirklich zu begegnen. Wir halten sie uns durch unsere Hilfe vom Leib. Jesus möchte mit seiner Gerichtsrede, dass wir in den Obdachlosen und Kranken KÖNIGLICHE MENSCHEN sehen und sie auch wie Könige und Königinnen behandeln. Überall in unserer Nähe sind Menschen, die krank sind, die hungern nach Liebe, die dürsten nach Zuwendung, die in sich gefangen sind, die eine Heimat suchen. Da kann man den Eindruck bekommen, dass man nie an ein Ende komme, dass man immer noch zu wenig getan habe. Das Schlimmste, das wir tun könnten, wäre, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wir dürfen doch nicht auf uns schauen, sondern immer nur auf die anderen. So ist uns doch immer wieder gesagt und gepredigt worden. Vor solchen Predigten bin ich skeptisch. Ein schlechtes Gewissen lähmt. Wenn ich die Nächstenliebe nur dazu benutze, mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, dann helfe ich dem Nächsten nicht wirklich. Ich sehe dann in ihm nicht den königlichen Menschen mit seiner unantastbaren Würde. Ich leide darunter, wie in manchen Alten- und Seniorenheimen alte Menschen behandelt werden. Da werden sie mit "Opa" und "Oma" bezeichnet und manche gehen mit ihnen um, als ob sie nicht mehr ganz zurechnungsfähig seien. Das spüren die Alten. Wenn aber einer in ihnen ihre Würde sieht, sie wie einen König, wie eine Königin anspricht und berührt, dann hellt sich ihr Gesicht auf. Sie sind dankbar, dass sie geachtet werden, dass sie nicht nur geduldet sind, sondern in ihrer Einmaligkeit gesehen werden. Ich kann den alten und kranken Menschen mit meinem Mitleid verletzen und erniedrigen. Ich lasse ihn spüren, wieviel Nächstenliebe es mich kostet, ihn zu pflegen. Wenn ich ihn als KÖNIG oder KÖNIGIN sehe, dann fühlt er sich nicht (wie ein Pflegefall) behandelt, sondern ge- und beachtet. Mit dem Bild von CHRISTUS, dem KÖNIG, der uns gerade in den armen und kranken Menschen begegnet, wird die Szene vom Weltgericht nicht in seiner ganzen Tragweite gedeutet. Aber das Fest Christkönig möchte uns doch auf den wesentlichen Aspekt hinweisen: dass wir in jedem Menschen die unantastbare königliche Würde erkennen und ihm so begegnen, wie es seiner königlichen Würde entspricht. CHRISTKÖNIG - BEKENNTNISTAG DER JUGENDDer Christkönigs-Sonntag, früher am letzten Sonntag im Oktober gefeiert, war der Bekenntnistag der Jugend. Damals versammelten sich am Nachmittag die Jugendlichen in der Kirche. Dabei fand ein Treuebekenntnis der Jugend zu Jesus Christus statt. Früher fand am Christkönigs-Tag auch eine Weihe an das Herz Jesu statt. Heute ist diese Tradition nicht mehr lebendig. Seit mehreren Jahren versuche ich diese alte Tradition bei uns aber wieder dadurch zu beleben, dass an diesem W.E., in der gestrigen Vorabendmesse zu Christkönig, die Ministranten ihr Versprechen abgelegt haben, ein Treuebekenntnis zum Dienst in der Pfarre und Kirche, ein Treuebekenntnis zu ihrem Dienstherrn und König Jesus Christus, in dessen Dienst sie als Ministranten eingetreten. Gestern Abend fand diese beeindruckende Feier mit unseren rund 80 Ministranten statt. |



