Lothar Klinges

Seelsorger mit Leib und Seele

Kurze Lebensgeschichte von Lothar Klinges

 Ich wurde am 26. August 1960 als Ältestes von vier Kindern (zwei Brüder und eine Schwester)  der Eheleute Leo Klinges aus Elsenborn und Elfriede Cremer aus Bütgenbach in Elsenborn geboren.

Ich bin in Elsenborn aufgewachsen und habe dort die Volksschule bis zum 5. Schuljahr besucht und begab mich für das 6. Schuljahr zum sogenannten „Vorbereitungsjahr“ zur Primarschulabteilung der Bischöflichen Schule St.Vith (BS), wo ich im Internat war.

Da mich das Heimweh sehr geplagt hat, begann ich nach der Primarschule meine Mittelschule am Bischöflichen St.Marien-Institut Büllingen (BIB), wo ich bis zum 3. Mittelschuljahr blieb und jeden Tag nach Hause komme konnte.

Berufungsgeschichte

Als Kind bin ich in einer Familie aufgewachsen, in der der Glaube und die religiöse Praxis wie z.B. der Gottesdienstbesuch (auch wochentags) oder das Gebet wie selbstverständlich zum Leben gehörten. Schon als Kind verspürte ich ein großes Interesse an „Kirche“, feierte „Messen“ im Elternhaus und führte „Prozessionen“ im elterlichen Garten durch.  Nachbarkinder „heuerte“ ich dafür als Messdiener an.  Meine Großmutter hatte mir, als sie all dies beobachtete, kleine Messgewänder genäht.

Als Jugendlicher war ich – unter Pastor Henri Dethier – im Pfarrleben sehr engagiert, sowohl als Leiter der Ministrantengruppe, als KLJ-Hauptleiter, bei der Gestaltung von Jugend- und Familiengottesdiensten u.v.m.

Ich hatte jedoch stets die Befürchtung, ob ich den Erfordernissen eines solch langen und schweren Studiums gewachsen sein würde und mehr noch den Ansprüchen eines Priesters  genügen würde. Ich habe in der Schule immer hart und viel arbeiten müssen und hatte immer eine große Angst vor den Prüfungen. 

Koch / Förster

Am Ende des Mittelschuljahres war ich als 15./16-Jähriger hin- und hergerissen. Obwohl in mir der Wunsch lebte, Priester zu werden, hatte ich doch die Befürchtung, dem Bild des Priesters, das ich mir damals von ihm gemacht habe, nicht zu genügen. Deshalb wollte ich Koch werden und begab mich mit meinem Vater zur Hotelfachschule in Spa. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte mich dort eingeschrieben. Eine Wochen später begab ich mich mit meinem Vater zum Forstinstitut nach La Reid, denn es war dann meine feste Absicht, Förster zu werden.

Doch beide Berufswünsche erfüllten mich nicht. Deshalb führte ich mein Studium im allgemeinbildenden Unterricht  weiter und wechselte vom BIB in Büllingen zur Bischöflichen Schule nach St. Vith.  Diese Schule mit Internat hat mich dann sehr geprägt.  Die dort tätigen Priester Willy Kessel, René Mackels, Alfons Thunus und insbesondere Walter Heyen haben mich entscheidend geprägt.  Ich erinnere mich, dass ich unzählige Stunden das Büro von Walter Heyen mit seiner Schreibmaschine in Beschlag genommen habe, um Ministrantenkurse, KLJ-Gruppenstunden und -Lager, Feste in der Pfarre vorzubereiten. Gerne erinnere ich mich an die vielen schönen Jahren im BS-Jugendlager mit Walter Heyen.

Auch hat mich die Beziehung zu meinem damaligen Pastor in Elsenborn, Henri Dethier, sehr geprägt, den ich sehr geschätzt habe. Mit ihm habe ich viele Gespräche bei ausgedehnten Wanderungen geführt.

Bei Schülerexerzitien im letzten Humaniora-Jahr in Maria Laach hat sich dann bei mir der Wunsch gefestigt, Priester zu werden. 

Nach meinem Abitur im Jahre 1978 an der Bischöflichen Schule St.Vith begann ich mein Priesterstudium in Namür, machte nach zwei Philosophie-Jahren meinen Militärdienst im Militärkrankenhaus Köln-Ehrenfeld und führte danach mein Theologie-Studium in Namür und Lüttich fort.  Meine Studien-Endarbeiten habe ich in Kirchengeschichte (Die kirchliche Entwicklung des St.Vither Landes von 1815 bis 1920) und in Dogmatik über Karl Rahner geschrieben und an der Katholischen Universität von Neu-Löwen präsentiert. Während der Seminar-Zeit hat mich eine lange Freundschaft mit Prof. Hans Miessen verbunden.

Praktikum

Zu Weihnachten 1983 begann ich ein „Vorpraktikum“ in der Eupener St. Nikolaus-Pfarre unter Dechant Wim Geelen, dem sich danach das eigentliche Praktikumsjahr anschloss. Sowohl das sechsmonatige Vorpraktikum als auch das eigentliche Praktikumsjahr wurden für mich zu einer besonders schönen und reichen Erfahrung.  Ich habe ganz tolle Erfahrungen in den Eupener Jugendgruppen und in der Pfarrseelsorge machen können, die mich in meiner Berufung nur noch bestärkten.

Priesterweihe

Im Januar 1985 wurde ich in der Kathedrale zu Lüttich zum Diakon geweiht. Nach meiner Priesterweihe am 22. Juni 1985 in Amel, zusammen mit Joseph Keutgens aus Eupen, war ich als Kaplan in Eupen-St. Nikolaus tätig. Im Jahre 1990 kam noch die Pfarre St. Josef Eupen hinzu. Im Jahre 1992 kam zusätzlich zur Tätigkeit in den beiden Stadtpfarren von Eupen nach dem Tode von Pastor Leon Dederichs die Aufgabe als Hilfspriester in Eynatten hinzu. Während meiner Zeit in Eupen war ich während mehreren Jahren Religionslehrer an der Pater-Damian-Schule (damals Heidberg-Institut) und bis zu meinem Weggang aus Eupen im Jahr 1993 Religionslehrer an der Grundschule Eupen-Oberstadt.

Im Sommer 1993 wurde ich Pastor der Pfarrgemeinde St. Michael Weywertz. Während fünf Jahren war ich gleichzeitig Regionalpräses der Katholischen Landjugend Ostbelgiens.

Zwischenzeitlich war ich unter Dechant Albert Backes während mehreren Jahren Mitarbeiter im Pfarrverband Amel.

Neben der Pfarre St. Michael Weywertz leite ich seit Juni 2003 ebenfalls die Pfarre St. Stefanus, Bütgenbach-Berg und seit Juni 2011 die Pfarre St. Bartholomäus Elsenborn mit Küchelscheid-Leykaul. Gemeinsam bilden wir den Pfarrverband Bütgenbach.  Freude bereitet mir auch meine Tätigkeit als Religionslehrer an der Grundschule Weywertz. 

Mensch und Priester

Wenn Sie danach fragen, was ich für ein Mensch bin,  dann müsste ich vielleicht davon berichten, dass ich mit großer Leidenschaft gerne Menschen besuche und kennen lerne. Ich bin ständig auf Achse und besuche Jung und Alt. Kontakte sind für mich sehr wichtig. Nur so kann ich an einem lebendigen Pfarrverband mit bauen.

Ich darf mich über einen guten Mitarbeiterstamm freuen, auf den ich mich verlassen kann. Das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Es ist für mich immer wichtiger geworden, Menschen um mich zu wissen, denen ich vertrauen kann, die mich verstehen und von denen ich mich auch getragen weiß. Vor allem in der Gebetsgemeinschaft, die wir regelmäßig im Gottesdienst erfahren und bilden, liegt für mich eine entscheidende Kraftquelle für die vielfältigen Aufgaben des Alltages.

Letztlich sagen die vielen kleinen Gemeinschaften aus denen unser Pfarrverband besteht auch mit am meisten etwas über mein Bild von Kirche und Gemeinde aus. Unser Pfarrverband wird nur dann an Leben gewinnen, wenn wir sie als Gemeinschaft erfahren, in denen Menschen ihr Christsein verwirklichen, und zwar so, dass es dem Leben hilft, dass wir selber spüren, in dieser Gemeinschaft getragen zu sein, Kraft für unseren Alltag, für unsere Aufgaben, für unser Leben zu schöpfen. Das wird nur gehen, wenn wir näher zusammenrücken, wenn wir uns als Christen mehr um unsere gemeinsame Mitte in Jesus Christus versammeln.

Lothar Klinges

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