Predigten aus dem Leben gehalten von :

Pfarrer Lothar Klinges,
Lindenstraße 25, B - 4750 Weywertz
Tel. 003280446069; Telefax: 003280447769

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Predigten im Jahreskreis - Lesejahr A
14. Sonntag

Mt 11,25-30
7. Juli 2002

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht. (Mt 11,25-30)

Liebe Mitchristen,
Ein sehr passendes Evangelium für unsere stressige Zeit. Wer von uns stöhnt heute nicht über Stress, über Arbeit... und wenn man mit Leuten spricht, geht es doch meist um Sorgen, die jemand dem anderen anvertraut. Wie viele Menschen sorgen sich darum, mit ihren Aufgaben nicht fertig zu werden oder dass die Zeit so schnell vergeht.

Ob uns der Glaube dabei nicht eine Hilfe sein könnte? Einmal alles liegen- und stehen lassen und sich bei Gott ausruhen.
Ob es nicht genau das ist, was Jesus uns heute sagen will. Er will uns RUHE verschaffen, all denen Ruhe verschaffen, die unter Lasten stöhnen.

Der GLAUBE setzt uns immer wieder Unterbrechungen im Laufe eines Jahres. Es gibt die großen Feste im Leben der Kirche, die uns dazu einladen, im Laufe des Jahres inne zu halten. Früher kannte keiner das Wort "Urlaub". Den Menschen früher waren diese großen religiöse Feste so wichtig, an denen alles liegen- und stehen bleib und man richtig feiern konnte. Das Kirchenjahr bietet uns also solche Unterbrechungen, Ruhetage.

Genauso verhält es sich mit dem Sonntag, als ein Tag, der unseren Alltag unterbrechen will, der uns Zeit zur Ruhe und zum Verschnaufen geben will. Der Sonntag kann uns eine Hilfe sein, Gott im Leben nicht zu vergessen und immer wieder neu bei Gott die Kraft für eine neue Woche zu holen; An solchen Feiertagen und Sonntagen bietet uns Jesus an, zu ihm zu kommen und ruhig zu werden. Ob wir dieses Angebot annehmen und nutzen, liegt an uns.

Aber auch im Alltag brauchen wir Pausen. Dabei geht es nicht darum, ‚auf die Flotte" am Tag einige Gebete zu sprechen. Nein, im Alltag sollen wirf immer mal wieder bei Gott ausruhen dürfen, auf ihn schauen und von ihm Kraft bekommen.

Im Grunde geht es also darum, dass wir durch das Jahr, durch die Woche und durch den Tag die Beziehung zu Gott nicht verlieren. Es geht nicht um irgendwelche zusätzliche Leistungen an Frömmigkeit und Gebeten, die wir vorbringen müssen. Es geht um den Kontakt mit Gott, den wir nicht verlieren sollen.

Der Glaube ist also eine Unterbrechung im gewöhnlichen Alltag. Ein interessantes Bild gibt uns dazu der hl. Franz von Sales, der folgendes einmal gesagt hat:

Mache es wie die kleinen Kinder: Mit einer Hand halten sie sich an ihrem Vater fest und mit der anderen pflücken sie Erdbeeren oder Brombeeren am Wegrand. Halte du dich ebenso, während du die Güter dieser Welt mit einer Hand sammelst und handhabst, mit der anderen Hand stets an deinem Vater im Himmel fest, wende dich ihm von Zeit zu Zeit zu, um zu sehen, ob es ihm recht ist. wie du es machst und was du tust. Und achte bei all deinen Geschäften gut darauf, daß du nicht seine Hand losläßt und seinen Schutz verlierst, weil du meinst, dann mehr zusammenraffen oder einsammeln zu können; wenn er dich losläßt, wirst du keinen einzigen Schritt mehr tun, ohne auf die Nase zu fallen. Ich meine, wenn du gewöhnliche Aufgaben und Beschäftigungen hast, die keine so genaue und dringliche Aufmerksamkeit verlangen, solltest du mehr auf Gott schauen als auf diese Aufgaben. Wenn die Aufgaben aber wichtig sind und deine ganze Aufmerksamkeit beanspruchen, damit du sie gut erfüllen kannst, dann blicke wenigstens von Zeit zu Zeit auf Gott, wie es die Seeleute auf hoher See tun: Um das Land, das sie erreichen möchten, zu finden, schauen sie mehr nach oben zum Himmel als nach unten, wo ihr Schiff auf den Wogen des Meeres dahinzieht. So wird Gott mit dir arbeiten, in dir und für dich, und deine Arbeit wird dir zum Trost werden.

Der Glaube als eine Unterbrechung. Diese Einladung Jesu ist im heutigen Evangelium an uns gerichtet. An uns liegt es, sie anzunehmen.


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