Predigten aus dem Leben gehalten von :Pfarrer Lothar Klinges,Lindenstraße 25, B - 4750 Weywertz Tel. 003280446069; Telefax: 003280447769 Zurück zur Predigtauswahl |
Predigten Österliche Bußzeit
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| Bei solchen Begebenheiten,
wie wir sie gerade im Evangelium gehört haben, geraten wir leicht in die
Versuchung zu sagen: Das war damals, aber heute ist Jesus nicht mehr da, und
darum geschehen auch keine solchen Wunder mehr. Ich bezweifle, ob das stimmt.
Vielleicht fragen und suchen wir zuwenig danach? Eine andere Frage jedenfalls
ist bis heute aktuell. Es ist die Frage der Jünger: "Wer hat
gesündigt? Er selbst - oder seine Eltern?" So fragen auch wir, wenn wir
ein schlimmes Ereignis, eine Krankheit oder ein Unglück nicht verstehen
können. "Wer ist schuld daran? Der Betroffene selbst? Oder hat er das von
seinen Eltern geerbt? Liegt das in der Familie?" Wir meinen: Irgendwer oder
irgendwas muss doch daran schuld sein. Und wenn wir nichts und niemanden
finden, dem wir die Schuld geben können, dann fragen wir nach Gott. "Wie
kann Gott das zulassen?" heißt es dann. Die Krankheit, das Leid, das Unglück - das ist nur die eine, die dunkle Hälfte des Lebens. Dafür machen wir Gott gern verantwortlich. Und die andere Hälfte? Das Schöne, die Gesundheit und das Glück? Jesus sagt: "An diesem Menschen sollen die Werke Gottes offenbar werden. An ihm soll sichtbar werden, dass Gott es ist, der das Gute schenkt. Denn Gott ist nicht der, der die Krankheit, die Blindheit und das Unglück zulässt. Gott ist vor allem der, der die Gesundheit schenkt, das Augenlicht und das Glück." Darum ist es einseitig, wenn wir immer nur fragen: "Wer ist schuld? Wie Wir müssten ja genauso fragen: "Wie kann Gott das eigentlich zulassen/ dass es mir so gut geht, dass ich einigermaßen gesund bin/ arbeiten kann oder sehen kann? " Diese Geschenke Gottes nehmen wir so selbstverständlich hin/ ohne uns viele Gedanken zu machen und ohne dafür zu danken. Damit uns das wieder neu bewusst wird, heilt Jesus diesen Blinden. Alle sollen sehen, dass es Gott ist, der heil macht. Damals staunten die Leute über Jesus. Heute staunen wir über die Ärzte und die medizinische Technik. - Ich kenne zwei Personen aus unserer Christengemeinde, die durch eine Star-Operation besser sehen als vorher, da sie fast blind waren. - In der Zeitung stand, dass viele Blinde nun wieder sehen können, weil man eine künstliche Tränendrüse entwickelt hat. Auch diese technischen Wunder haben mit Gott zu tun. Wenn Menschen ihr Wissen und Können nach Gottes Willen einsetzen und anderen damit helfen, dann ist das wunderbar. Aber auch wenn wir keine Ärzte und Techniker sind, können wir uns einsetzen, dass andere wieder sehen. Denn es gibt unter uns viele Blinde, die wir leicht heilen können. Es sind z.b. die einsamen Menschen. Denn Einsamkeit macht blind. Wer einsam ist, sagt: "Es lässt sich keiner mehr sehen. Darum müssen solche Menschen so oft und so viel fernsehen, weil der nächste Mensch, die nächsten Angehörigen sich nicht mehr sehen lassen. Wenn sich keiner mehr sehen lässt, dann wird die Welt immer kleiner, leerer, enger und dunkler. Dagegen können wir ganz einfach etwas zu tun. Wir brauchen uns nur sehen zu lassen. Dann werden wir für diese Menschen auch zum Licht ihrer Welt. Wenn wir uns sehen lassen, dann werden auch sie etwas sehen: nämlich Güte, Zuwendung und Aufmunterung. Eine jüdische Weisheit sagt, dass die Nacht dann zum Tag wird, wenn ich das Gesicht des Nächsten sehen kann. Es ist gut, sagt Jesus, wenn wir diese Werke tun, solange es noch Tag ist, das heißt so lange wir noch leben und wirken können. Es kommt die Nacht, in der niemand etwas tun kann. Dann ist es zu spät. Wichtig ist also, dass wir nicht so oft die Fragen der Jünger stellen, wer oder was an einem schlimmen Zustand schuld ist. Mir scheint, dass es viel wichtiger ist, danach zu fragen, was wir tun können. Und da gibt es eine ganze Menge. Dann werden sich auch heute noch Wunder ereignen, die wir nicht für möglich gehalten hätten. |



